El Salado, Comunidad Llangahua

El Salado ist eine Ortschaft im Andenhochland von Ecuador.

Es liegt im Tal des Río Ambato zwischen Feldern und Wiesen an steilen Berghängen auf 3.500 m. Der Chimborazo (6310 m) lacht als „Hausberg“ auch auf den Ortsteil El Salado am Ende des Tales herab, in dem sich unser Projekt befindet. Wenn der höchste Vulkan Ecuadors in der Sonne leuchtet, bietet die Sicht von El Salado ein zauberhaftes Bild.

Die Ortschaften El Salado, Escaleras und Loma Gorda bilden die Comunidad Llangahua. In El Salado selbst leben etwa 120 Familien. Es gibt vier kleine Läden (tiendas), zwei Käsereien, eine Milchsammelstelle, ein Gesundheitszentrum, ein Gemeindehaus (casa comunal) und eine Schule („Unidad Educativa Intercultural Bilingüe Llangahua“). Die Schule mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt kann ab dem Kindergarten bis zur 13. Klasse (Bachillerato) besucht werden. Die Hospedería, das Gästehaus unseres Projektes, in dem auch die Freiwilligen wohnen, liegt hinter der Schule am Dorfrand. Wer den steilen Weg hinter der Hospedería hinauf wandert, landet nach zehn Minuten bei einer der Käsereien, in der Käse, Joghurt und Milch hergestellt und verkauft werden.

Seit der Vereinsgründung im Jahr 2004 und dem Bau der Hospedería im Jahr 2005 hat sich El Salado ganz schön verändert. Seit 2007 findet jeden Dienstag der Markt in El Salado statt, zu dem auch viele Menschen aus der Umgebung kommen, um Tomaten, Nudeln, Eier, Brot, CDs, Ohrringe, Seile und vieles, vieles mehr zu kaufen. In El Salado gibt es aber auch vier kleine Geschäfte, in denen man die ganze Woche über Dinge des täglichen Bedarfs bekommt. Neben der Schule, der Hospedería und den Käsereien gibt es außerdem auch eine Motorradwerkstatt, ein Gesundheitszentrum und ein Restaurant. Im Januar 2017 wurde eine Bäckerei eröffnet, die von der Comunidad geführt wird. Ambato, die mit ca. 250.000 Einwohnern nächstgelegene größere Stadt, ist mit einem der mehrfach täglich verkehrenden Busse oder auch mit einem „Pick up“ (Camioneta) in etwa einer Stunde zu erreichen. Sie ist die Hauptstadt der Provinz Tungurahua, in der auch die Comunidad Llangahua liegt.

Die Bewohner_innen El Salados leben größtenteils von der Landwirtschaft: Auf den kleinen Feldern werden hauptsächlich Kartoffeln und dicke Bohnen geerntet, aber auch Möhren, Zwiebeln und Kohl gehören zu den Anbauprodukten. Jede Familie besitzt mehrere Kühe und verkauft die Milch entweder an die Käsereien im Ort oder an Molkereien in der Stadt Guaranda. Auch Schafe, Schweine, Meerschweinchen, Esel und Pferde gehören zu den Nutztieren in El Salado. Neben der Landwirtschaft gehen die Bewohner_innen aber auch anderen Berufen nach, für die sie teilweise nach Ambato fahren.

Das Gymnasium in El Salado, das 1988 erbaut wurde, ist das einzige in der Comunidad Llangahua. Viele Kinder müssen also einen langen Schulweg zurücklegen. Während einige Lehrer_innen in Llangahua wohnen, kommen andere aus Ambato jeden Morgen mit dem Auto. Zurzeit besuchen etwa 14 Kinder den Kindergarten, 76 Schüler_innen die Escuela (1. bis 7. Klasse) und 50 Schüler_innen das Gymnasium (8. bis 13. Klasse). Sie werden momentan von 13 Lehrer_innen unterrichtet. In der Grundschule sind jeweils zwei Klassen zusammengelegt worden. Die Schüler_innen des Gymnasiums erhalten neben den Fächern Mathematik, Geschichte, Chemie, Biologie, Sport und Spanisch auch Unterricht in Englisch, Landbewirtschaftung und Kichwa.

Auch in der Umgebung von El Salado lässt sich für Besucher_innen einiges entdecken: Wanderungen durch den Páramo, ein Ausritt zur Lagune Chuquibantza, oder ein Besuch der heißen Quellen (aguas thermales) bieten spannende Erlebnisse. Viele andere interessante Möglichkeiten bieten sich freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: In den Schulgärten, in der Aufforstung, in der Nachmittags-Kinderbetreuung, in Arbeitsgruppen mit Frauen des Ortes und beim Angebot einer Schul-AG.